12. - 14.8.2016 - 7th Convoy to Remember

Rückblick auf verschiedenste Re-enactment und Living History Veranstaltungen

Moderator: Napoleon

12. - 14.8.2016 - 7th Convoy to Remember

Beitragvon Napoleon am So 14. Aug 2016, 21:12

Vergangenes Wochenende fand in Birmenstorf der 7. Convoy to Remember statt.

Anders als die vergangenen Jahre waren wird nicht mit einem Display vor Ort.
Unsere Bilder und der Bericht findet ihr auf unserer Webseite.

http://durham-light-infantry.ch/index.p ... ember-2016

Bild
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Re: 7th Convoy to Remember

Beitragvon Murky am Di 16. Aug 2016, 10:47

Was für ein guter Bericht, danke Pat! Wenn doch nur mehr so etwas lesen und sich etwas Gedanken machen würden was sie da machen...

Wie schon oft gesagt behagt mir der Zweitweltkriegskram immernoch nicht, da es mir einfach noch zu nah ist. Das ist aber persönlich und soll nicht für andere gelten. Aber: wenn man mit eurer Einstellung dran geht, dann kann es interessant und durchaus tiefgreifend sein! Ihr macht das echt hervorragend. Genau wie es sein soll wenn noch nicht mal alle Teilnehmer des Krieges tot sind.
Die ganze Nazischeiße mit der SS würde mich aber wohl ziemlich zum Schäumen bringen.
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Re: 7th Convoy to Remember

Beitragvon troupier suisse am Di 16. Aug 2016, 14:54

Ich schätze eine detaillierte Darstellung unter widrigen Bedingungen. Und mit solcher Ausrüstung in der Sommerhitze den Event zu beleben, hat Klasse. Erst dann sieht das leicht gekleidete Publikum, was es bedeutete, bei jedem Wetter in den Einsatz zu müssen.

Aber mit blanken Entsetzen habe ich das von der Leibstandarte Adolf Hitler gelesen. Ich glaubte erst ein ein Missverständnis, eine Fehldeutung im Bericht der DLI, denn kein Veranstalter würde so etwas auf einem Anlass mit 20'000 Zuschauern und Armeeunterstützung zulassen. Aber als ich es in der Aargauer Zeitung las, und in den Leserkommentaren noch aufschnappte, dass diese Gruppe offiziell eingeladen war, stockte mir der Atem.

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/ba ... -130492320

Die Spur der Kriegsverbrechen dieser Einheit zieht sich durch ganz Europa. Am bekanntesten dürfte das Massaker von Malmedy am 17. Dezember 1944 sein. Bei Baugnez wurden 86 amerikanische Kriegsgefangene auf einem verschneiten Feld mit Maschinenpistolen und Maschinengewehren niedergeschossen. Danach gingen die Sturmmänner der Leibstandarte zwischen den im Schnee liegenden Opfern umher, um auf jeden der noch Lebenszeichen von sich gab weitere Schüsse abzugeben. Am selben Tag, noch vor dem Blutbad von Baugnez, hatte die Einheit im nahen Büllingen 59 amerikanische Kriegsgefangene ermordet.

Wie gesagt, gibt es von Polen über Russland bis Italien zahlreiche weitere Beispiele, von Kriegsverbrechen an Kriegsgefangenen und Zivilisten, die dieser Einheit zugeschrieben werden. Es ist mir absolut schleierhaft, wie man einen solchen Hintergrund ignorieren kann, wenn man einen derartigen Auftritt zulässt.
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Re: 7th Convoy to Remember

Beitragvon Napoleon am Di 16. Aug 2016, 20:02

Diese Darsteller waren auch letztes Jahr schon am Anlass in Sisseln und wurden dort vom Platz verwiesen.

Was jemand dazu bewegt ein solche Darstellung zu machen, zeigt der Kommentar in der Aaurgauerzeitung von Thierry. Anscheind einem der Gruppe.

2016_08_16_21_00_33_Hakenkreuze_und_SS_Uniformen_am_Convoy_das_sagt_die_Anti_Rassismus_Kommissio.png


Wie kann man nur so blauäugig und naiv sein.
In der Normandie waren im Sommer 1944 um die 350'000 Deutsche Soldaten, aufgeteilt in 40 Divisionen, stationiert. Nur 6 davon waren Waffen-SS Einheiten. Der Rest Wehrmachtsverbände.

Aber die suchen sich statt eines einfachen Wehmachtverbandes natürlich einen SS-Verband aus, welcher zu den ideologisten der ganzen SS gehörte.
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Re: 7th Convoy to Remember

Beitragvon Napoleon am Di 16. Aug 2016, 21:19

Habe übringens interessanterweise unter dem Wikipediaeintrag "Re-enactment" etwas interessantes gefunden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reenactment

Wikipedia hat geschrieben:Seit geraumer Zeit versuchen einige Gruppen, die sich des Themas Waffen-SS angenommen haben, ideologisch einseitige Strömungen in den Reenactment-Bereich einfließen zu lassen. Untaten der SS werden dabei verharmlost oder geleugnet. Als Gegenmaßnahme haben daher seriöse Gruppen und Zusammenschlüsse Vereinbarungen unterzeichnet, welche sich ausdrücklich von nationalsozialistischem Gedankengut, ihren Trägern und Gruppen, die sich das Thema SS zu eigen machen, distanzieren. Die WWII Living History Agreement 2007 ist ein Beispiel und eine Konsequenz aus diesen Erfahrungen.
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Re: 7th Convoy to Remember

Beitragvon Wirbelwind am Mi 17. Aug 2016, 00:15

Napoleon hat geschrieben:Wie kann man nur so blauäugig und naiv sein.
In der Normandie waren im Sommer 1944 um die 350'000 Deutsche Soldaten, aufgeteilt in 40 Divisionen, stationiert. Nur 6 davon waren Waffen-SS Einheiten. Der Rest Wehrmachtsverbände.

Aber die suchen sich statt eines einfachen Wehmachtverbandes natürlich einen SS-Verband aus, welcher zu den ideologisten der ganzen SS gehörte.
Unter dem Motto: Wenn schon, denn schon richtig. Es muss natürlich ELITE sein.


Ich bin der Gruppe am Sonntag begegnet und habe mich auch gerade angeschlossen. Dass es in der Schweizer Reenactmentszene solch heftige Differenzen gibt, schockiert und enttäuscht mich zugleich. Ich wünsche mir, dass diese Angelegenheit friedlich besprochen werden kann, wenn möglich privat, nicht im Internet. Es wäre aber durchaus wünschenswert, diese Diskussion auf einem sachlichen Niveau zu belassen, anstatt anderen Beweggründe zu unterstellen, obwohl man diese Person noch kein einziges Mal gesprochen hat.

Dennoch möchte ich hier noch unseren bzw. auch meinen Standpunkt erklären. Die LSSAH wurde für die Darstellung in Birmenstorf ausgewählt, weil sie während der Operation Overlord eine zweitrangige Rolle spielte. Unser Interesse an der Waffen-SS hat keinen politischen Ursprung, sondern ist als reines militärhistorisches und technisches Interesse zu verstehen. Wir sehen weder ein Problem darin, über Kriegsverbrechen sowohl der Waffen-SS als auch von anderen Truppen zu informieren oder diese im wissenschaftlichen Rahmen - sofern im Reenactment möglich - darzustellen, noch leugnen wir diese. Ich selbst werde mich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass die Gruppe ein höchstmögliches Level an Authentizität und Seriosität erreicht und auch behält. Unseren Beobachtungen und Gesprächen mit dem Publikum zufolge ist definitiv ein Interesse an einer Darstellung von Waffen-SS Einheiten vorhanden, was für uns der Hauptgrund ist, dieses Projekt auf keinen Fall aufzugeben.

Die angeblichen Beweggründe, welche hier bereits erwähnt wurden, sind reine Interpretationen eurerseits, welche - sofern dies mich betrifft - nichts mit der Realität der Dinge zu tun haben.
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Re: 7th Convoy to Remember

Beitragvon gijoe am Mi 17. Aug 2016, 04:44

Oh wie naiv, Man stellt einen Angehörigen einer verbrecherischen Organisation dar und versucht dem Publikum zu zeigen das sie auch gute Seite hatte. Weiter so , früher oder später bekommt ihre ein Anklage , vermutlich werden euch die Organisatoren nicht mehr einladen und kein seriöser Reenactor wird etwas mit euch zu tun haben wollen. Vor allem nicht die Jungs von der WH, weil ihr mit dem was ihr macht ,das zerstört was sie aufgebaut haben ! Ich würde mich freuen eure Bilder mal Eineiner Zeitung zu sehen damit auch eure Chefs und Metis sehen was ihr so treibt, Gut für die Demokratie das ihr zukünftige politische Karrieren gleich im Keim erstickt :smt041
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Re: 7th Convoy to Remember

Beitragvon Napoleon am Mi 17. Aug 2016, 06:15

Wirbelwind hat geschrieben:Es wäre aber durchaus wünschenswert, diese Diskussion auf einem sachlichen Niveau zu belassen, anstatt anderen Beweggründe zu unterstellen, obwohl man diese Person noch kein einziges Mal gesprochen hat.


Ich werde mich hüten an einer Veranstaltung mich mit euch zu unterhalten und zu riskieren, dass mich jemand mit jemandem in SS Uniform ablichtet und es ins Netz stellt.

Wenn Ihr dass so seriös machen wollt wie du schreibst, dann aber mit aller Konsequenz, denn schliesslich soll man ja alle Facetten der dazustellenden Einheit zeigen.
Zudem habe ich auf euerer Infotafel keinen einzigen Satz zu den Kriegsverbrechen und den Verbrechen gegen die Menschlichkeit lesen können. Vergessen habt ihr u.a. auch die Ermordung von französischen Zivilisten in Tavaux und Plomion in der Normandie. Das wäre Aufklärung.

Aber ich glaube dass diese Diskussion zu nichts führt. Die wurde mit dir hier schon einmal durchgekaut: viewtopic.php?f=23&t=6328&start=10

Du wolltest doch gar nicht öffentlich auftreten???
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Re: 12. - 14.8.2016 - 7th Convoy to Remember

Beitragvon Tank am Mi 17. Aug 2016, 08:09

Reenactment kann zur Aufklärung beitragen, aber es gibt Grenzen. Aber was will den ein 20jähriger in einer SS Uniform dem Zuschauer für eine Botschaft mitgeben?
Prinzipiell trägt ein Reenactor die Uniform und auch Kleidung die ihn zum einen interessiert, aber auch jene, mit der er sich identifizieren kann.
Wenn er als Ausrede "zur Aufklärung" hinzufügt, dann sagt das schon alles.


Da ist doch schon alles gesagt.... Oder nicht...?
In der AZ geschrieben worden ...

Alle die mich kennen wissen was ich halte über die Darstellung dieser Sparte.
Nämlich nichts aber gar nichts....
Warum schreibt der Schreiber "Wirbelwind" die Einheit immer nur in abgekürzter Version..? Nenne die Einheit beim vollen Namen oder muss man das verheimlichen...?

Lassen wir aber kurz meine Abneigung beiseite ignorieren das Moralische komplett und lassen das Gesetz beiseite.

Das Display war, muss ich leider und es fällt mir echt schwer, das einzige das den Namen Display verdient hat... Im "Erinnerungs-Lager" des Convoy 2016.....warum fragt sich sicher der einte nun...

Kanns Euch sagen... Mir als Geschichtsbegierigen der schon zig Dokus und jeeeedemenge Bücher verschlungen hat, Jährlich sicher einmal die Normandie und Ihre Orte besuche und viele „Schlachtfelder der Geschichte des WW2“ besucht oder erforscht hat....

Hat mir der Anblick des Display das Blut in den Adern gefroren... Die Nackenhaare gestellt als hätte ich den leibhaftigen gesehen.

Perfeckter Zeitsprung ...ganz klar...

Nun nicht das Ihr lieben Leser nun der Meinung seit ich wäre immer noch zur Salzsäule erstarrt und Harre immer noch auf der Stelle mit offener Kinnlade aus ...nein der etwas „korpulente Offizier“ der auf dem Stühlchen am Schatten sass... der holte mich dann schnell wieder in die Gegenwart zurück..... ;-)

Aber ab gesehen von diesem ich sage mal „Patzer“ war`s einfach gelungen, die ganze Kullisse die aufgebaut wurde, junge Burschen in Ihren abgewetzten Uniformen, selbst deren Haarschnitt hatt gepasst, standen da und versuchten meines erachtens sehr bemüht den Besuchern zu erklären das Sie nicht zur „Braunen Brühe“ gehöhren und das was sie da machen nicht`s mit Verherlichung zu tun hat.

Genau wie damals als der Krieg zu Ende war und die jungen Burschen in Ihren abgewetzten Uniformen und dem zeitgemässen Haarschnitt zu erklären versuchten warum sie ihr Leben einem Regime verschrieben haben dessen „Wirken“ wir heute uns viel besser bewusst sind.

Dieses Display war noch einmal gesagt, das einzige meiner Meinung nach wo den Titel „Reenactment“ verdient hat, ausser eben dem Offizier der wirklich nicht ins Bild passte....

Aber nun doch noch...
Jungs waaaaaarum immmmer Totenkopf und dan noch diese Einheit.... Seit Ihr Euch bewusst was Ihr da Darstellt...?
Warum nicht einfach Wehrmacht in der Normandie gibt es zig Verbände wie es ein Schreiber schon geschrieben hat, die man darstellen könnte... warum immer Totenkopf... ich verstehe das nicht villeicht kann mir das jemand mal erklären.....
Schon als ich den Beschrieb der Gruppe gelesen habe wares mir schon nicht nachvollziebar warum gerade diese Einheit.....

Vielleicht eben doch..

Prinzipiell trägt ein Reenactor die Uniform und auch Kleidung die ihn zum einen interessiert, aber auch jene, mit der er sich identifizieren kann.


Nur macht Ihr mit der Darstellung alles was noch übrig ist hir in der Schweiz was Reenectment angeht, kaputt... was andere vor Euch mühsam aufbauen wollten... Wie es ein Schreiber auch schon geschrieben hatt...

Schade.... :smt022
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Re: 12. - 14.8.2016 - 7th Convoy to Remember

Beitragvon Tank am Mi 17. Aug 2016, 09:04

Wie kann man nur so blauäugig und naiv sein.
In der Normandie waren im Sommer 1944 um die 350'000 Deutsche Soldaten, aufgeteilt in 40 Divisionen, stationiert. Nur 6 davon waren Waffen-SS Einheiten. Der Rest Wehrmachtsverbände.

Aber die suchen sich statt eines einfachen Wehmachtverbandes natürlich einen SS-Verband aus, welcher zu den ideologisten der ganzen SS gehörte.
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