Alpenfestung - das Leben im Reduit

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Moderator: Napoleon

Beitragvon Barbey am Mo 17. Aug 2009, 21:29

Das Detachement 40 war dieses Wochenende noch zu Gast im Besucherzentrum Stans. Nach unseren Vorführungen hatten wir viele interessante und angeregte Gespräche mit Leuten aus allen Altersklassen. Auch über die historische Bewertung des Reduit. Der grösste Teil der Bevölkerung ist wahrscheinlich gelassener in seiner Urteilsfindung und auch realistischer in den Einschätzungen. Und das beruhigt mich, wenn ich den Glaubenskrieg der von "Fachleuten" und Politikern angezettelt wird und wurde, auf der anderen Seite betrachte. Ich glaube auch, dass der Artikel in der aktuellen Weltwoche es ziemlich genau auf den Punkt bringt bringt: " Das Reduit war die einzige vernünftige und die beste der schlechten Lösungen."
Auch glaube ich das der grösste Teil der Bevölkerung, und dazu zähle ich mich selbst, die Armee und ihre Rolle bzw. ihre Möglichkeiten in der Zeit 39-45 realistisch einzuschätzen vermag. Ich frage mich auch vor was Herr Kreis und Co. genau Angst haben. Und was die Leute auf der Strasse durch diese Sendung falsch deuten könnten. Und weiter von einer Belebung des "Reduit Mythos" fabulieren. Das ist schlicht Unfug.

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass mit dem gleichen Buget und Aufwand echte und sachliche Geschichtsdokus produziert würden. Frei idiologische Hintergedanken und Einschlatquotendruck: Einfach nur interesante, sachliche ausgwogen vermittelte Geschichte.
".. kein Ort der Freiheit sei dem anderen fremd-...,seid einig-einig-einig."
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Beitragvon Tech am Di 18. Aug 2009, 06:51

Hier noch ein Foto zur hitzigen Debatte um die umstrittene Tenueerleichterung. Auch ich war bis anhin der Ansicht, dass beim Marsch der Waffenrock anbehalten wurde und auf den Fotos nur durch offene Knöpfe die Anstrengung des Marsches gemessen werden kann.

Anscheinend hat es auch Ausnahmen gegeben, wie dieses Bild aus dem Buch "Aktivdienst" von Andri Peer, Ringier-Dokumente auf Seite 72 belegt. Sowohl Offizier (Hptm od. Oblt) , höh Uof (hinter dem Pfarrer) als auch Mannschaft geht ohne Waffenrock.
Den Mützen nach muss es sich um ein Bild nach Einführung der Ord 40 handeln, da die steifen Schirmmützen mit den schlappen der Ord 26 gemischt sind.

Bild

"Ein fundamentaler Grundsatz für die kleinen Armeen besteht darin, immer in Massen zu handeln; durch seine Anwendung allein können sie einige bedeutende Unternehmen vollbringen, indem sie darauf verzichten, alles zu decken und nur das Hauptziel anpeilen." (Jomini, 1779-1869)
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Beitragvon Napoleon am Di 18. Aug 2009, 07:49

Das Bild ist mir bekannt, jedoch kann das alles mögliche sein. Ich glaube nicht das diese Soldaten auf dem Marsch sind, denn die Offiziere tragen gar nichts.

Evtl. haben diese ihre Unterkunft schon bezogen und die Soldaten, die im Dorf sich erleichtert haben, sind nun auf dem Weg zu ihrer Unterkunft.
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Beitragvon gijoe am Di 18. Aug 2009, 14:23

Ich mag mich da an eine hitzige Diskussion in einem WWI Forum erinnern. Reenactoren haben immer "gute" Beweise für Teneuerleichterungen.
Napoleon bringt es auf den Punkt es kann weiss was sein.....
Fakt ist, es war verboten, es war zu dieser Zeit nicht üblich und die Zeitzeugen bestätigen das. Das heisst aber nicht das es so was 100% sicher nicht gegeben hat.
Aber wie sagen wir so schön, "wir Reenacten den Standard nicht die Ausnahme".
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Beitragvon Tech am Mi 19. Aug 2009, 06:00

Es ist ja bei der Publikation dieses Bildes ja auch darum gegangen, zu zeigen, dass es immer irgendwelche Ausnahmen gegeben hat und nicht immer alles so zu und her ging, wie es im Reglement steht.

Zum Reenacten und dem damit verbundenen "Berufsstolz" gehört meiner Ansicht nach vor allem die Darstellung, wie es denn hätte sein sollen, wenn alles richtig gelaufen wäre. Allgemein bekannte und tolerierie Ausnahmen, welche mit Tatsachenberichten oder Fotos ausreichend belegt werden können, sehe ich als zulässig an (vgl. Sommerfest 2008 mit Stallbluse).
http://lebendigegeschichte.phpbb.ch/fto ... sc-20.html

Doch diese Erleichterung, wie es auf dem Marsch der "Alpenfestung" zu sehen war, war auch für mich ein Novum. Es sind mir schliesslich keine Reenactoren der Bourbaki-Armee bekannt :smt042

Seien wir mal ehrlich, wenn wir uns an die eigene Dienstzeit erinnern - ausserhalb den Augen der Chefs hat es auch Auswüchse gegeben, welche so im Reglement nicht vorgesehen waren. Und ich spreche nicht vom Tenue.

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Beitragvon cantarella am Do 20. Aug 2009, 15:49

Äääääh... was? (Sorry, weiss grad nix Schlaues hierzu zu schreiben.)
http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/sta ... y/19825858
the only way to get rid of temptation is to yield to it
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Beitragvon troupier suisse am Do 20. Aug 2009, 17:32

Dazu möchte ich meinen Post vom 28. Juli zitieren

Habe den 2. Teil auch eben gesehen. Gefällt immer noch ganz gut. Aber die Frage steht im Raum, wer in der Alpenfestungs-Crew auf die wunderliche Idee kam, den Mannen am ersten Abend nach dem Einrücken - dazu noch in einer Festung - Flaschbier wie bei Wernerbeinhart zu servieren? Würde mich echt interessieren, auf welchen historischen Fakten derlei Gastronomie aufbaut? Das hat was von einem WK 1972, aber weniger von Aktivdienst 1943.


und hinzufügen dass mich diese Neuigkeit nicht wirklich überrascht. Ich habe bereits an anderer Stelle erwähnt, dass mir der Kommandant mit seiner Jovialität etwas suspekt war.

Auf der anderen Seite finde ich es bemühend, wie die Presse sich nun allen Ernstes mit grossen Gejohle in den Stattel schwingt um einmal mehr eine Attacke zu reiten, ohne bemerkt zu haben dass das Pferd auf dem sie beherzt ins Gefecht galoppiert tot ist. Die Show ist vorbei und das Sommerloch hat sich verflüchtigt. Man dürfte von den Printmedien nun langsam erwarten, dass sie sich bemühen ihre Leser wieder mit wichtigen und relevanten Meldungen zu bedienen. Aber offenbar dehnen da ein paar Redakteure ihre behagliche Sommerruhe mit dem servieren von heisser Luft noch ein wenig aus, anstatt sich mit echter journalistischer Arbeit zu befassen.
Zuletzt geändert von troupier suisse am Fr 21. Aug 2009, 08:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Tech am Fr 21. Aug 2009, 06:28

Ha, troupier! Das mit dem toten Pferd gefällt mir. Heisst es doch so schön bei den Dakota-Indianern:

Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Doch versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wir handeln:

- Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche !!!
- Wir wechseln die Reiter !!!
- Wir sagen, so haben wir das Pferd doch immer geritten !!!
- Wir gründen einen Arbeitskreis um das Pferd zu analysieren !!!
- Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet !!!
- Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde !!!
- Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben !!!
- Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können !!!
- Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen !!!
- Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an !!!
- Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist !!!
- Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden !!!
- Wir erklären: kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht mehr reiten kann !!!
- Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere tote Pferde gibt !!!
- Wir bilden Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden !!!
- Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein !!!
- Wir vergrößern den Verantwortungsbereich des toten Pferdes !!!
- Wir entwickeln ein Motivations-Programm für tote Pferde !!!
- Wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt !!!

Vielleicht etwas off-topic, doch sollten wir unseren Humor wegen solchen Miesepetern aus dem Land der Presse nicht verlieren.

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Beitragvon Napoleon am Fr 21. Aug 2009, 06:53

Ich glaube es werden noch weitere Details kommen. Wenn einmal der eine Auspackt, kommt der nächste Bestimmt auch noch nach.

Ich weiss eh nicht wo das Problem lag. Bier gehört nicht in eine Festung jener Zeit.
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